Nachbericht zum 2. Internationalen Kongress für Jagdmedizin

Posted by Frank-Hendric Kretschmer
Am Sonnabend, den 4. März 2016, fand in Marburg in den Räumen der Turnerschaft Schaumburgia Marburg der „2. Internationale Kongress für Jagdmedizin“ statt. Das Teilnehmerfeld umfaßte 51 Teilnehmer; einige Referenten und Zuhörer hatten längere Anreisen auf sich genommen.
 
 
Ein Feuerwerk von wissenschaftlichen Vorträgen, ein Workshop, tiefgreifende Gespräche und ein reger Informationsaustausch zwischen den Programmpunkten und der abendliche gesellige Abschluß rundeten das überragende Ereignis ab.

Jagdmedizin kann ja so spannend sein!

Doch nun zum Ablauf des Kongresses.
Durch die Vorträge führte mit seiner unnachahmlichen Leichtigkeit und in überzeugender Weise der Präsident des Verbandes Dr. Dr. Frank Kretschmer. Zwischendurch war ausreichend für das leibliche Wohl gesorgt.
Den Reigen der Vorträge eröffnete in erfrischender Art und voller Begeisterung- und dennoch mit hochwissenschaftlichem Background-, mit der Zielrichtung, das hochwissenschaftliche Thema auch für den Nichtfachmann verständlich vorzubringen, Herr Dr. Jobst W. Eggerath, Facharzt für Oralchirurgie und Parodontologie, mit dem Thema: Update- Der zahnmedizinische Notfall. Zahnschmerzen in der Wildnis, schon der Gedanke läßt es einem eiskalt über den Rücken laufen, braucht spezielle Kenntnisse. Die Möglichkeiten und die Umsetzung waren Inhalt des Vortrages.
In einem im Anschluss an die Vorträge durchgeführten Workshop wurden die Möglichkeiten an Dummis vorgeführten und auch praktisch umgesetzt, d.h. die Teilnehmer konnten die Methoden selbst an Dummis ausprobieren.
 
Nach Beantwortung der Fragen der Teilnehmer zu diesem Thema referierte Herr Dr. Christian Hackenbroich, Facharzt für Veterinärmedizin, über das Thema „Erste Hilfe für den Jagdhund“. Ein Thema von äußerster Brisanz für den Jäger. Unachtsamkeit, Verunsicherungen und Schießleidenschaft führen vielfach zu Verletzungen bei Jagdhunden, die zu schlimmen und traurigen Ergebnissen führen. Neben den Hinweisen zur Rettung und Erstbehandlung des treuen Jagdbegleiters gibt es eigentlich nur einen Ratschlag: Bei nicht überschaubarer Situation den Schießfinger gerade halten.
 
Ein aktuelles Thema behandelte Frau Ruth Schell, Studentin der Humanmedizin, Charite- Universitätsmedizin Berlin. „Morphologie von tödlichen Schußverletzungen bei Verwendung von Munition des Kalibers 9 mm“.
Nach einer Mittagspause mit deftigen Eintöpfen führte Herr Dr. Dr. Dominik Lamp, Facharzt für Mund.,Kiefer und Gesichtschirurgie als auch Facharzt für Hals-,Nasen- und Ohrenheilkunde die Zuhörer in den akustischen Bereich mit dem Thema „Das Knalltrauma“. Bei aktiven Jägern wird diese Thematik allzu oft unterschätzt. Ist es doch zeitweilig erforderlich, um zum sicheren schnellen Schuß zu kommen, ohne Gehörschutz unverzüglich zu schießen.
Fehlender Gehörschutz kann in solchen Fällen zu bleibenden Gehörschäden führen. Zur Vorbeuge gibt es jedoch heute schon leicht tragbaren und kaum sichbaren Gehörschutz, der alle Nebengeräusche zuläßt und bei dem Schuss absolut vor Schäden schützt. Die vielen Fragen nach dem Vortrag lassen auf die Aktualität dieses Themas schließen.
Etwas spezieller und damit noch brisanter das Thema des Vortrages von Dr. Dr. Gerald Rehor, Facharzt für Dermatologie, „Jagd mit der Lupe“, welche Gefahren in fremden Betten lauern? Es sind mitunter die kleinsten Tiere, die zu Krankheiten mit langwierigen und schweren Folgen und Einschränkungen führen. Systematische Hygiene und gezielte Vorbeugemaßnahmen sind somit bei Kenntnis der Gefahren wichtige Aspekte der Verhinderung. Auch hier gilt: Gefahr erkannt, schon gebannt!
Den Abschluß der beeindruckenden Vortragsreihe bildete der Vortrag von Herrn Thomas Scherf, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, Notfallmedizin, Alpin und Höhenmedizin und Tropen- und Reisemedizin, mit dem Thema „Lyme- Myokarditis“. Ein Thema von höchster Aktualität. Leicht und klar definiert wurde das schwierige Thema vorgetragen, beeindruckend das Fachwissen und Sicherheit der Behandlung des für viele schwer verständlichen Sachverhaltes.
Nach den sicher abgehandelten Fragen wurde der offizielle Teil des Kongresses mit einer kurzen Zusammenfassung geschlossen.
Für einige Interessierte schloss sich an die Vortragsreihe der angekündigte Workshop:“Zahnmedizinische Notfallbehandlung- Tipps+Tricks für Mediziner“ an.
Unter Einbeziehung von Dummies konnten die Teilnehmer nach der theoretischen Einführung die Theorie in die Praxis umsetzen. In der Not, wenn es ums Überleben geht, sind alle Mittel recht, so der Grundtenor.
Als Abschluß dieses gelungenen und überaus interessanten Kongresses wurden von einigen Ausstellern Produkte vorgestellt.

Das anschliessende gemeinsame Essen, mit einer ausgezeichneten Küche- und auch feinen Getränken-rundete die Veranstaltung ab. Anschliessende Gespräch in kleinen Kreisen als Diskussionen und Fachgespräche gingen bis weit in den Abend hinein.

Es war eine anspruchsvolle, interessante und kaum zu überbietende Veranstaltung. Allen Beteiligten und Durchführenden sei ein Dank gesagt.

Wir freuen uns schon heute auf den nächsten Kongress!

 

Programm & Themen

Posted by Super User

Programm und Themen des 2. Internationalen Kongresses für Jagdmedzin stehen fest:

Tagungsort:
Haus der Turnerschaft Schaumburgia 
Landgraf-Philipp-Straße 2
35032 Marburg

Grußwort: Dr. Stefan Heck (MdB)

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